4. september 2016: muskelphysiologie für den reiter


ich war letztes jahr schon bei einem seminar von tanja richter, habe auch ihr buch:° illusion pferdeosteopathie ° gelesen. tanja richter ist pferdephysiologin aus deutschland >> www.ipp-pferdepyhsio.de und arbeitet nach ganzheitlichen aspekten.

am vormittag gings mit der theorie los. eine spannende reise in die muskeln und faszien des pferdes! ein sehr komplexes thema, das fr. richter gut und verständlich erklärt hat. nach dem mittagessen gings dann ans pferd. in meinen fall: vici, 4jähriger traberwallach von der rennbahn. am freitag abend sind wir angereist und er hat eine schöne box am westernhof in pennewang bezogen www.westernhof.at das liegt im welser umland auf einen hügel, sehr schön. in der nacht durfte er mit den anderen pferden auf die weide.

vici und ich kamen als erster dran. fr. richter und meine meinung und ansichten zum thema pferd + ausbildung - reiten spiegeln sich fast 100%. sie sieht ein pferd ganzheitlich und bezieht alles rundherum mit ein: HALTUNG - FÜTTERUNG - TRAINING - UMGANG - HUFBEARBEITUNG. denn nur so kann man geziehlt optimieren. das setzt ein gutes auge, sehr viel fachwissen in den genannten bereichen voraus. man muß sich damit beschäftigen und viel zeit investieren. nur ein bischen reinschnuppern bringt da nicht viel. ich finde jeder pferdebesitzer sollte sich da weiterbilden.
fr. richter rät immer wieder die pferde nicht einseitig zu arbeiten. ein tag reiten, dann wieder boden/handarbeit oder fahren. die muskeln brauchen erholung und andere bewegungsanreize um sich optimal zu entwickeln! nichts ist schlimmer als täglich das gleiche zu trainieren! da bin ich ganz ihrer meinung. deshalb werden meine pferde schon seit jahren so gearbeitet.

nun zu vici: ich habe vici im laufe des mehrwöchigen trainings gut einschätzen können. fr. richters analyse hat sich mit meiner fast ident abgedeckt.
vici ist muskulär noch sehr instabil, er hat eine harte abgegrenzte muskulatur. die vorhand klebt regelrecht am boden, einerseits durch die zu langen zehen, andererseits auch weil er viel zu früh trainiert wurde. der rücken hat keine muskeln, die hinterhand fällt an der kruppe ab. er sieht hinten wie ein überzüchteter schäferhund aus. im trab sieht man es besonders gut, da läuft er in schonhaltung. er kann sich wenig bis gar nicht stellen. im hals genickbereich ist er sehr steif und hart. hinten rechts und vorne links zeigt er eine leichte lahmheit im trab.
insgesamt war die gesamtbeurteilung aber gar nicht so schlimm. mit viel geduld (die ich habe!) wird er mal ein nettes pferdchen. an reiten ist natürlich vorerst nicht zu denken. fr. richter hat mir ein trainingsprogramm für das nächste halbe jahr auf vici zugeschnitten:

* vorerst nicht dehnen. die muskulatur ist zu hart unnachgiebig und wenig geschmeidig.

* am reitplatz auch nicht mehr im trab arbeiten. 10-20min schrittarbeit mit fokus auf kopf fallen lassen >>> losgelassenheit, schöne schreitende bewegungen. ohne stellung & biegung. er muß sich einpendeln und seine innere balance finden.

* an der hand arbeite ich weiter sanft an fis & konter fis, übertreten inkl.

* die hufbearbeitung so wie bisher, weiterhin kürzen der zehen bis die hufbalance hergestellt ist.

das seminar war echt klasse! ich schätze fr. richters enormes fachwissen. unkapriziöses, auf den punkt und sie nimmt sich kein blatt vor dem mund. redet nichts schön, wo es nichts schönzureden gibt. trotzdem nett und höflich verpackt.
ich kann das wirklich jedem empfehlen.
vorallem viele ausbilder haben enormen nachholbedarf. Am Sonntag aktualisiertAufgenommen: Pennewang, Oberosterreich, Austria